Zweimal „Johann“ in der Dachstein Südwand
Am 27. September und am 4. Oktober 2009 führte ich meine beiden ersten Touren als FÜL Hochtouren. Eigentlich war die Watzmann- Überschreitung geplant, jedoch mussten wir wegen eines überfüllten Watzmann- Hauses und eines dementsprechend überfüllten Watzmann- Grates umplanen. Ich entschied mich daher zum Dachstein zu fahren, da dort erfahrungsgemäß nicht so viel los ist und das Gebiet ebenfalls wunderschön ist.
Als Route fiel die Wahl auf den „Johann- Klettersteig“, welcher in fast gerader Linie durch die Dachstein- Südwand führt. Er zählt zu den schwierigsten Klettersteigen der Ostalpen, wobei der Einstieg als extrem schwierig gilt und schon manch einen erfahren Bergsteiger zum Abstieg gezwungen hat. Vom Charakter also keine Ausdauertour, wie die Watzmann- Überschreitung, sondern eine technisch anspruchsvolle Tour.
So fuhren wir also jeweils am Samstagmittag runter zum Dachstein und stiegen in 40 min zur Dachstein- Südwand- Hütte auf. Am nächsten Tag in der Früh starteten wir noch mit den Stirnlampen, waren jedoch pünktlich am Einstieg, um im Morgenlicht die ersten Klettermeter hinter uns zu bringen. Je näher wir zum Klettersteig kamen, desto heller und wärmer wurde es. Wie bereits geschrieben, ist der Einstieg der Schlüssel zur erfolgreichen Begehung des Steiges. Ein 10 Meter hoher Überhang, bei dem man mit wenig Trittstiften zurechtkommen muss. Ich stieg voraus und sicherte sicherheitshalber den Überhang mit einem Seil zusätzlich ab.
Nach dem Einstieg wird der Steig zum Glück nicht langweilig, sondern zieht in schwierigem Gelände über zwei Bänder nach oben und gibt immer wieder den Blick zu den klassischen Kletterrouten in der Dachstein- Südwand frei. Die (herbst) Sonne schien und somit war es ein Genuss diesen Steig zu klettern.
Das Mittagessen nahmen wir direkt am Ausstieg des Steiges an der Seethalerhütte ein. Dann lag es an jedem Teilnehmer, ob er noch mit zum Hohen Dachstein (2995m) aufsteigen wollte oder ob er noch die Sonne genoss und wartete. Der Weg zum Gipfel führt erst über den Gletscher und dann über einen kurzen und leichten Klettersteig zum Gipfel, sodass wir jeweils pünktlich den Abstieg angehen konnten.
Zusammenfassend gesagt, waren beide Touren richtige Schmankerl! An zwei Wochenenden hintereinander ein so gutes Wetter zu erwischen ist fast schon unverschämt. Die Teilnehmer wurden vom Johann gefordert, aber nicht überfordert. Trotz anfänglicher Bedenken stiegen alle den Steig durch und konnten dementsprechend stolz auf sich sein einen der großen Klettersteig- Klassiker der Alpen gemacht zu haben.
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